Kryptowährungen im Pensionskassen-Portfolio

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Sind Kryptos das neue digitale Gold?

Dank hoher Kursgewinne haben sich Kryptos vom Nischenphänomen zu einem festen Bestandteil der globalen Finanzmärkte entwickelt. Nach Jahren des Zögerns interessieren sich verstärkt auch Pensionskassen für digitale Vermögenswerte. Die Idee: höhere Diversifikation, Inflationsschutz und Renditechancen. Doch die Realität ist komplexer.

Diversifikation mit Tücken

Befürworter verweisen auf die angeblich geringe Korrelation von Bitcoin zu traditionellen Anlageklassen. Tatsächlich bewegte sich der Kryptomarkt in der Anfangsphase oft unabhängig von Aktien oder Anleihen. Ab dem Jahr 2020 hat sich das Muster geändert: mit der zunehmenden Institutionalisierung verlaufen die Kurse von Bitcoin und Technologieaktien weitgehend parallel. In Marktkorrekturen fallen beide oft gleichzeitig, was den Diversifikationseffekt schmälert. Gold bleibt hier noch die bewährte Alternative.

Der Mythos vom Inflationsschutz

Auch die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“ hält einer genaueren Prüfung kaum stand. Zwar ist die verfügbare Menge an Bitcoins technisch begrenzt, doch in Phasen von Inflation zeigte sich wenig Schutzwirkung. Als die Konsumentenpreise 2022 stark stiegen, brachen Kryptowährungen ein, belastet von Zinserhöhungen und einem Anstieg der Risikoaversion. Der Inflationsschutz bleibt – zumindest vorläufig - ein theoretisches Versprechen.

Volatilität bleibt das Hauptproblem

Für langfristig orientierte Investoren, wie Pensionskassen, ist die extreme Schwankungsbreite digitaler Assets ein entscheidendes Hindernis. Kursverluste von 50% innerhalb weniger Monate sind keine Seltenheit. Zudem wird die Bewertung aufgrund fehlender Ertragsquellen erschwert, im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen, die durch Cashflows und Fundamentaldaten gestützt werden. Die Bewertung von Kryptowährungen ist analog zu Rohstoffanlagen spekulativer Natur.

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Annualisierte 40-Tages Volatilität des MSCI-Welt Index, Bitcoin und Gold (in USD).
Quelle: Hinder Asset Management, Bloomberg

Regulierung schafft Vertrauen – aber langsam

Obwohl regulatorisch möglich (Kryptos gelten als alternative Anlagen), ist die Umsetzung aufgrund der Sorgfaltspflicht schwierig und wird daher bisher kaum praktiziert. Die EU-Verordnung MiCA (Markets in Crypto-Assets resp. Verordnung über Märkte für Kryptowerte) schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptowerte. Verwahrung, Cybersecurity und Governance bleiben aber zentrale Herausforderungen.

Fazit

Kryptowährungen bieten neue Diversifikationschancen. Pensionskassen sind bei direkten Investitionen in Kryptowährungen aufgrund der ausgeprägten Kursschwankungen und der Schwierigkeiten bei der Bewertung zurückhaltend. Für die Mehrheit bleibt Bitcoin ein experimenteller Satellit, nicht der neue Kernbaustein im Portfolio. Erst wenn Regulierung, Marktstruktur und Stabilität deutlich reifen, könnte sich das ändern.

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