Kundeninterview mit Fabio Cappellin, CFO der Spitex Zimmerberg AG

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Die Spitex Zimmerberg AG versorgt seit 2020 zuverlässig die Gemeinden Adliswil, Kilchberg, Langnau am Albis, Rüschlikon und Thalwil mit Gattikon. Rund 150 Mitarbeitende stellen mit viel Leidenschaft und Herzblut an 365 Tagen im Jahr Spitex-Leistungen für insgesamt rund 61'000 Einwohnerinnen und Einwohner sicher. Seit 2014 ist die Spitex Zimmerberg AG bei der Unabhängigen Gemeinschaftsstiftung Zürich UGZ für die berufliche Vorsorge versichert.
Als erstes möchten wir Ihnen und der Spitex Zimmerberg AG für Ihre wichtige Arbeit an der Gemeinschaft danken.
Wie ist die Spitex Zimmerberg AG entstanden?

Die Aufgaben der Spitex sind anspruchsvoller geworden, und die Anforderungen an die Spitex-Arbeit sind stark gestiegen. Für kleinere Organisationen wird es zunehmend schwieriger, all dies zu bewältigen. Deshalb haben sich die Spitex-Vereine Adliswil und Thalwil für einen Zusammenschluss entschieden. So ist die Spitex Zimmerberg AG entstanden, wobei die beiden Vereine weiterhin je zur Hälfte Eigentümer der AG sind.

Was sind die Aufgaben der Spitex Zimmerberg AG?

Die Hauptaufgabe der Spitex Zimmerberg AG ist es, den Auftrag der Gemeinden zu erfüllen, mit denen eine Leistungsvereinbarung besteht. Dazu gehören Adliswil, Kilchberg, Langnau am Albis, Rüschlikon und Thalwil. Zudem ist unser Kompetenzzentrum Psychiatrie im ganzen Bezirk Horgen tätig, basierend auf Vereinbarungen mit den weiteren Gemeinden Horgen, Oberrieden, Richterswil und Wädenswil. Der Fokus liegt auf der Pflege und Betreuung – ergänzt durch hauswirtschaftliche Leistungen, Komfortleistungen, Nachtspitex, Mahlzeitendienste sowie die Vermietung und den Verkauf von Mobilitätshilfen wie Rollstühlen.

Worin bestehen die Herausforderungen in Ihrem Arbeitsalltag?

Aufgrund meines breiten Tätigkeitsfeldes als CFO, Leiter Services (Finanzen & Administration, ICT und HR) sowie stellvertretender CEO mit 9 direkt unterstellten Mitarbeitenden besteht die grösste Herausforderung darin, die vielfältigen Aufgaben wirksam zu koordinieren. Es braucht dabei einerseits Führungspräsenz und andererseits den Fokus, um die vielen parallel laufenden Themen und Projekte erfolgreich zu steuern.

Können Sie uns etwas über Ihren Arbeitsalltag erzählen?

Als CFO der Spitex Zimmerberg AG bin ich für die finanziellen Belange unserer Organisation verantwortlich. Mein Arbeitsalltag umfasst die Steuerung und Überwachung der finanziellen Prozesse, die Planung und Umsetzung des Budgets sowie die Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung unserer Dienstleistungen. Besonders wichtig ist es, die Balance zwischen der hohen Qualität unserer Leistungen und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit zu wahren – gerade in einem Nonprofit-Umfeld. Darüber hinaus begleite ich strategische Projekte, wie etwa die Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen und die Optimierung interner Prozesse.

Nach wie vor ist der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen sehr gross. Wie gehen Sie damit um?

Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen bleibt eine der grössten Herausforderungen. Um dem entgegenzuwirken, setzen wir auf kontinuierliche Verbesserungen, um unser bestehendes Personal zu halten und uns als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren. Dazu gehören eine positive Unternehmenskultur, die Förderung von Aus- und Weiterbildung, finanzielle Anreize sowie weitere «Benefits». Aufgrund der hohen Belastung im Gesundheitswesen haben wir eine interne Anlaufstelle für „Mental Health“ sowie die Zusammenarbeit mit Proitera als externe Unterstützung. Zudem messen wir regelmässig die Mitarbeiterzufriedenheit und gehen aktiv auf Bereiche mit Verbesserungspotenzial ein.

Welche Möglichkeiten gäbe es aus Ihrer Sicht, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?

Aus meiner Sicht erfordert es eine ausgewogenere Kommunikation über das Berufsbild. Die herausfordernden Aspekte des Pflegeberufs sind schwer zu verändern, da sie zum Teil in der Natur der Arbeit liegen. Allerdings gehen die zahlreichen positiven Aspekte häufig verloren, und der Begriff «Spitex» ist in der Gesellschaft leider noch oft mit Vorurteilen behaftet. Dabei ist der Pflegeberuf sehr sinnstiftend, abwechslungsreich und verlangt eine hohe Selbständigkeit. Pflegekräfte erfahren oft eine grosse Wertschätzung und Dankbarkeit. Sich täglich dafür einzusetzen, dass Menschen in ihrer gewohnten Umgebung länger zu Hause leben können, ist eine unglaublich wertvolle Aufgabe, die einen enormen Beitrag zur Gesellschaft leistet.

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Die Spitex Zimmerberg AG ist eine Nonprofit-Organisation, welche Herausforderungen ergeben sich daraus?

Als Nonprofit-Organisation stehen wir vor der Herausforderung, unseren gemeinnützigen Auftrag gegenüber den Gemeinden und der Bevölkerung zu erfüllen und zugleich wirtschaftlich nachhaltig zu arbeiten. Wir müssen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sorgfältig umgehen und gleichzeitig in die Weiterentwicklung unserer Leistungen und in unsere Mitarbeitenden investieren. Besonders anspruchsvoll ist es, steigende Kosten – bspw. durch den bereits angesprochenen Fachkräftemangel oder neue Anforderungen – in Einklang zu bringen mit den finanziellen Rahmenbedingungen der öffentlichen Hand und der Krankenkassen. Gerade in meiner Rolle als CFO besteht die Aufgabe darin, dieses Gleichgewicht zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Auftrag sicherzustellen und unsere Organisation finanziell zukunftsfähig aufzustellen. Genau diese Balance macht meine Arbeit aber auch besonders sinnstiftend.

Der Pflegeberuf bei der Spitex kann oft auch körperlich herausfordernd sein. Dennoch liegt der Frauenanteil im Gesundheitswesen bei ca. 70%, wie sieht das bei Ihnen aus?

Zum Stichtag 30.04.2025 liegt der Frauenanteil bei uns bei rund 85%, bezogen auf Vollzeitäquivalente (VZÄ). Auch in diesem Bereich sind Weiterbildungen und Schulungen wichtig, wie zum Beispiel im Bereich Kinästhetik oder im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements, um die körperlichen Belastungen bestmöglich abzufedern.

Herr Cappellin, herzlichen Dank für den Einblick in Ihren Arbeitsalltag, Wir wünschen Ihnen persönlich sowie beruflich weiterhin alles Gute.
 

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