Krankentaggeld-Versicherung - worauf muss geachtet werden?

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Bei einem Krankheitsfall gilt es sowohl für die Firma als auch für die Angestellten einiges zu beachten. Am Beispiel von Jan zeigen wir auf, worauf ein Augenmerk gelegt werden muss.

Jan ist ein fleissiger und beliebter Mitarbeitender. Am 20. Juni muss er sich jedoch mit einem Arztzeugnis für eine Woche krankmelden. Seine Chefin Birgitt leitet diese Information umgehend der Personalverantwortlichen Julia weiter. Julia macht sofort eine Meldung der Erwerbsunfähigkeit bei der Krankentaggeldversicherung, zusammen mit der ärztlichen Bestätigung. Aus Erfahrung weiss sie nämlich, dass, unabhängig von der gewählten Wartefrist, eine frühzeitige Meldung wichtig ist, da bei einer zu spät erfolgten Meldung Leistungskürzungen seitens der Versicherung drohen.

Leider zieht sich die Krankheit von Jan hin, seine Ärztin schreibt ihn bis Ende Juli und danach sogar bis Ende September krank. Nach Ablauf der Wartefrist von 30 Tagen werden der Firma Taggelder in der Höhe von 80% des durchschnittlichen Jahreseinkommens vergütet, welches Jan vor der Krankheit erzielte. Der Arbeitgeber bezahlt auch während der Arbeitsunfähigkeit den Lohn weiterhin an Jan aus, weshalb die Rückerstattung der Krankentaggelder an den Arbeitgeber erfolgt. Da Kranken- und auch Unfalltaggelder von der AHV-/IV-/EO-Beitragspflicht befreit sind, werden für Jan nach der Wartefrist von 30 Tagen ab dem 20. Juli keine AHV-Beiträge mehr einbezahlt. Dadurch kann bei einer längeren Krankheit eine Beitragslücke bei der AHV entstehen. Dies trifft im Fall von Jan zu, da die Krankheit über die 30 Tage Wartefrist hinaus andauert. Somit muss sich Jan selber mit der für ihn zuständigen AHV-Zweigstelle in Verbindung setzen und sich darum kümmern, damit bei der AHV keine Beitragslücke entsteht.

In der Regel kann auch seitens der Pen-sionskasse eine Befreiung der Spargutschriften und der Risikobeiträge beim Rückversicherer beantragt werden, sobald der Arbeitgeber die Meldung vorgenommen hat. Die Wartefrist für die Befreiung kann dem Vorsorgeplan entnommen werden, in der Regel beträgt sie 3 Monate. Die Pensionskasse übernimmt in diesem Fall nach Ablauf der Wartefrist die gesamten Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge, die ihr vom Rückversicherer wieder zurückerstattet werden.

Wenn Jan eine private Lebensversicherung z.B. eine Säule 3b abgeschlossen hat, kann er hier ebenfalls eine Prämienbefreiung beantragen. Bei der Säule 3a kann im Kalenderjahr nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit keine Einzahlung mehr vorgenommen werden, da Einzahlungen nur während einer Erwerbstätigkeit möglich sind.

Glücklicherweise ist Jan ab dem neuen Jahr wieder gesund und arbeitsfähig.


Was tun bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit oder Unfall?

Bei Erkrankung oder Unfall eines Arbeitnehmers müssen Arbeitgeber einige Fristen bei der Meldung an die
Krankentaggeldversicherung (KTG) oder Unfallversicherung (UVG) und Vorsorgeeinrichtung beachten, um
sowohl kurz- als auch langfristig Unterstützung zu erhalten. Wir zeigen Ihnen hier den zeitlichen Ablauf der
Meldungen, die Sie vornehmen müssen.

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(Auszug aus dem Merkblatt für Arbeitgeber der ©pkrück)

 

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