AHV - Wenn die Alterspyramide auf dem Kopf steht

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Ein zu erwartendes Phänomen: Die traditionelle Alterspyramide, auf welcher die Schweizer AHV aufgebaut ist, wird immer flacher. Worauf müssen wir uns einstellen, wenn die Alterspyramide keine Pyramide mehr ist.

Die staatliche Altersvorsorge ist im Umlageverfahren finanziert. Das heisst, dass die Beiträge der Arbeitenden zur Finanzierung der Pensionierten verwendet werden, ohne dass ein Kapitalstock für die eigene Rente aufgebaut wird.

Während bei der Einführung 1948 noch 6.5 Erwerbstätige eine rentenbeziehende Person finanzierten, steht dieses Verhältnis im Jahr 2020 bei  3.3 Personen und wird sich bis 2050 auf voraussichtlich 2.2 Erwerbstätige pro Rentner verringern..


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Gemäss dem Bundesamt für Sozialversicherungen hat vom Jahr 2020 auf das Jahr 2021 die Zahl der Altersrentenbezüger und -bezügerinnen um 1.3% zugenommen.


Dieses System setzt voraus, dass die Bevölkerungsstruktur einer Pyramide entspricht, was Bevölkerungswachstum benötigt. Doch das hat sich inzwischen geändert. Welche Parameter beeinflussen die Alterspyramide?

  1. Die Lebenserwartung

    Die Altersstruktur entspricht heute einer «Tanne», wie der Grafik des Bundesamts für Statistik zu entnehmen ist. Auch die Lebenserwartung von 12.5 Jahren bei 65-Jährigen im Jahre 1948 entwickelte sich bis 2020 auf 19 Jahre bei Männern und 22 Jahre bei Frauen.
  2. Die Geburtenhäufigkeit (Geburtenziffer)

    Während um 1900 die Geburtenziffer noch bei 3.5 Kindern pro Frau lag, sank diese 1964 auf 2.7 Kinder pro Frau. Seit 2009 liegt die Zahl bei rund 1.5 Kindern/Frau.
  3. Zuwanderung

    Die Zuwanderung von erwerbstätigen Personen entlastet die Rechnung der AHV. Jedoch berechtigt die Beitragszahlung über lange Sicht auch zum Bezug von AHV-Renten.

Welche anderen Faktoren beeinflussen die AHV-Rechnung

Rentenalter

Mit der Erhöhung des Rentenalters werden Bezugsjahre reduziert. Politisch dürfte dies nach der Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre nicht ganz einfach sein. Individuell besteht aber bereits heute die Möglichkeit sich zwei Jahre früher oder bis zu 5 Jahre später als 65-jährig pensionieren zu lassen. Dies geht mit einer Kürzung oder Erhöhung der Bezüge einher.

AHV-Rente

Eine Reduktion der ausbezahlten Rente würde die AHV-Rechnung entlasten. Jedoch wären Geringverdiener hier die Verlierer und müssten über Ergänzungsleistungen und Sozialhilfe unterstützt werden. Die politische Umsetzung einer Rentenreduktion dürfte in den nächsten Jahren kaum umzusetzen sein.

Wer in den nächsten Jahren ins Rentenalter kommt, muss sich deshalb Gedanken darüber machen, wie der Ruhestand finanziert wird. Möchten Sie Vorschläge und eine Beratung für sich und Ihre Mitarbeiter? Dann melden Sie sich.

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