Kundeninterview mit der Firma Heizmann AG

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Die Heizmann AG, mit Sitz in Aarau, ist ein führendes, von Karin Streit-Heizmann in der 4. Generation familiengeführtes Unternehmen mit heute 98 Angestellten und 7 Lehrlingen im Technischen Handel für Schlauch- und Antriebstechnik sowie Mobilhydraulik. Der Schwerpunkt liegt im Ersatz- und Reparaturmarkt. Zusammen mit den über 120 H-POWER-Stützpunkten und den 13 Aussendienstmitarbeitern bildet die Firma schweizweit das kompetenteste flächendeckende Händler- und Beratungsnetz für den Sofort-Schlauchservice sowie für Spezialarmaturen. Mit einer grossen eigenen Werkstatt und durch Kundennähe wird den Kunden effizient geholfen, die Standzeiten ihrer Maschinen bei Schlauchausfällen zu verringern und so Geld zu sparen. Die Fragen an Karin Streit-Heizmann stellte Petra Junker, Walser Vorsorge AG.

Die Firma Heizmann feiert dieses Jahr das 100-Jahre-Jubiläum. Herzliche Gratulation dazu. Wie und wo sehen Sie die Veränderung Ihres Unternehmens in dieser Zeit?

Wo soll ich anfangen? Wenn man in einem Familienbetrieb aufgewachsen ist, dann ist es wie wenn Sie Kinder haben. Man macht zwar jeden Entwicklungsschritt mit, und plötzlich sind sie erwachsen. Im Rückblick dann die wichtigsten Entwicklungsschritte zu benennen, ist ob der Vielfalt gar nicht einfach. Eine der grössten Veränderungen war sicher der Entscheid von Sven und Erich Heizmann in den 90er-Jahren, aus dem Autoersatzteilgeschäft auszusteigen und voll auf die Schlauchkompetenz im Ersatzteilmarkt zu setzen. Ein Kraftakt. Allerdings würde es ohne diesen Entscheid unsere Firma wohl nicht mehr geben. Wichtige Entwicklungsschritte waren meistens mit Bauvorhaben oder Betriebserweiterungen bis zur aktuellen Vergrösserung, dem Bezug einer grossen Halle auf der gegenüberliegenden Strassenseite verknüpft. Und natürlich unsere IT-Projekte wie der SHOP (2008) und das Warehouse-Management-System WMS (2018).

Die Digitalisierung schreitet auch in Ihrer Firma immer weiter voran. Welchen Herausforderungen mussten Sie sich stellen, um das topmoderne Warehouse-Management-System auf über 8000 m2 Lagerflächein Aarau umzusetzen?

Sehr vielen! Bei einem Projekt wie diesem greifen Sie in praktisch alle Kernprozesse ein. Sie müssen definieren, wie Sie in Zukunft arbeiten wollen. Sie brauchen eine Projektorganisation und die nötigen Ressourcen. Gerade was die internen Abläufe betrifft, ist man auf Mitarbeitende angewiesen, die das Tagesgeschäft in und auswendig kennen. Diese Personen fehlen dann aber im Tagesgeschäft, was zu einer Mehrbelastung der Arbeitskollegen führt. Die neuen Prozesse müssen getestet und geschult werden, bevor sie ausgerollt werden können. Die Mitarbeitenden müssen zum Teil jahrzehntelanges Wissen vergessen und Neues lernen – für manche ein Kulturschock. Das Lager muss neu beschriftet werden, die Errungenschaften müssen nach innen und aussen (zu Kunden und Lieferanten) getragen und kommuniziert werden. Es braucht dabei viel Überzeugungsarbeit, da der Mensch Veränderungen eher skeptisch gegenübersteht. Sie brauchen Geduld, weil IT-Projekte wohl alle einfach länger dauern als geplant (bei uns dauerte das Projekt total drei Jahre) und dabei müssen Sie sicherstellen, dass das Tagesgeschäft möglichst wenig beeinträchtigt wird. Dass dabei das eine oder andere Projekt auf die Wartebank geschoben werden muss, liegt nahe. Daraus resultiert jetzt ein Nachholbedarf an anderen Innovationen, aber eins nach dem anderen.

Heizmann.jpgEin Heizmann-Werkstattcontainer im Lötschberg

Die Firma Heizmann investiert stark in die Ausbildung junger Berufsleute. Wie setzen Sie als Firma diesen Anspruch um, und wie erleben Sie die Lernenden im heutigen Berufsumfeld?

Der Fachleutemangel ist in aller Munde, gleichzeitig verfügen wir in der Schweiz über eines der weltweit besten Ausbildungssysteme. Hier liegt ein riesiges Potenzial, welches auch wir nutzen, indem wir seit Jahrzehnten bis zu vier verschiedene Berufstypen ausbilden. Die Praxisausbildung erfolgt heute oft durch ehemalige Lernende oder junge Berufsleute. Einerseits sind diese näher an den Jugendlichen, verstehen deshalb die Anliegen der Lernenden schneller, andererseits können sie selber so Führungserfahrung sammeln.

2011 wurden Sie mit dem Sozialpreis des Kantons Aargau ausgezeichnet. Wie wichtig ist Ihnen eine gute Absicherung des Personals bzw. auch die Prävention?

Um Mitarbeitende überhaupt beschäftigen zu können, müssen Sie ein attraktives, marktfähiges Unternehmen haben, welches einen Gewinn erwirtschaftet. Das steht also an oberster Stelle. Um Mitarbeitende jedoch halten zu können, gehören Prävention und soziale Sicherheit zu unseren Kernaufgaben. Bereits mein Grossvater war dieser Meinung und gründete unsere Stiftung im Dezember 1946. Damals, um für Härtefälle vorzusorgen. Seither konnten wir uns kontinuierlich entwickeln. Auch sind wir noch heute in der Lage, umhüllende Leistungen zu erbringen, die weit über das Minimum hinausgehen. Selbst wenn wir im aktuellen Umfeld jährlich gefordert sind, die Leistungen zu überprüfen, so setzen wir alles daran, attraktiv zu bleiben.

Sie führen heute immer noch eine halbautonome Stiftung. Wie sehen Sie die Entwicklung?

In den letzten zehn Jahren haben sich der administrative Aufwand und die gesetzlichen Anforderungen im Vergleich zu vorher multipliziert. Es geht bald kein Jahr ohne Reglementsanpassung vorbei, die Aufgabenstellungen und die gesetzlichen Vorgaben werden immer komplexer und restriktiver, die Termine immer kürzer und die Erträge immer kleiner. Dank der Unterstützung von externen Partnern, wie der Walser Vorsorge AG oder den Experten, ist diese Aufgabe überhaupt noch zu bewältigen, aber das Thema des Übertritts in eine Sammelstiftung wird wohl eines Tages kommen. Diese Frage wird jährlich neu bewertet.

Schon seit vielen Jahren darf die Firma Walser Vorsorge AG Sie bezüglich Ihrer firmeneigenen Pensionskasse betreuen. Was schätzen Sie an dieser Zusammenarbeit?

Wir schätzen die Konstanz und Professionalität. Seit Jahren werden wir von Herrn Achermann und Frau Bösch mit viel Engagement betreut, und dank Frau Isler ist der Jahresabschluss heute praktisch eine Formsache. Dafür sind wir sehr dankbar.

Vielen Dank für dieses spannende Interview, Frau Streit-Heizmann und weiterhin viel Erfolg.

Hier liegt ein riesiges Potenzial, welches auch wir nutzen, indem wir seit Jahrzehnten bis zu vier verschiedene Berufstypen ausbilden.

– Karin Streit-Heizmann, Heizmann AG

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